Vortrag: Frauen im Rennelberg-Gefängnis während der NS-Zeit
von Lisanne Schmitz in Kooperation mit der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel
„Sie würde in der Freiheit stets wieder eine schwere Gefahr für die Volksgemeinschaft bilden.“
Dieses Zitat stammt aus dem Urteil gegen Milda Rudroff, die als 29-jährige Frau im März 1943, unter anderem wegen Diebstahls, zum Tode verurteilt und im Juni 1943 im Strafgefängnis Wolfenbüttel hingerichtet wurde. Wie insgesamt 31 weitere Frauen auch, hatte sie zwischen 1937 und 1945 im Rennelberg-Gefängnis nach der Verurteilung auf ihre Hinrichtung gewartet. Dabei war das Gefängnis eines der wenigen Standorte in der NS-Zeit mit einer eigenen Frauenabteilung. Dazu, sowie zur generellen Rolle der Strafanstalt zur Zeit des Nationalsozialismus, steht die Forschung noch ganz am Anfang. Dieser Vortrag bietet eine erste Übersicht zu den inhaftierten Frauen, ihrer Zeit in Gefangenschaft sowie zu aktuellen Forschungslücken.
Lisanne Schmitz studierte Geschichte sowie Anglistik und Amerikanistik in Düsseldorf und vergleichende Geschichte der Neuzeit in Freiburg. Sie forscht zu weiblichen Perspektiven und Handlungsspielräumen in der NS-Zeit und ist seit November 2024 wissenschaftliche Volontärin in der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel.