Mehrere nackte Performer bilden eine dichte, ineinander verschlungene Gruppe am Boden einer dunklen Bühne. Körper sind übereinander geschichtet und in einer skulpturalen Pose miteinander verbunden. Rechts im Bild hängt eine abstrakte, linienartige Skulptur von der Decke herab.
Vier nackte Performer bewegen sich gemeinsam über eine dunkle Bühne. Sie gehen von rechts nach links in einer Reihe, während über ihnen eine abstrakte, hängende Skulptur aus dünnen, hellen Stäben schwebt.
Mehrere nackte Performer bilden eine dichte, ineinander verschlungene Gruppe am Boden einer dunklen Bühne. Körper sind übereinander geschichtet und in einer skulpturalen Pose miteinander verbunden. Rechts im Bild hängt ein Scheinwerfer von der Decke herab.

Sweet Spot (site specific)

Harald Beharie

Oslo

Das Gefängnis als Höllenschlund, der Höllenschlund als Sweet Spot – in Harald Beharies neuester Produktion wird der Zwischenraum zum ruhelosen Terrain: Körper verdrehen sich, dehnen sich aus, kollektive Körper entstehen und brechen freudvoll zusammen. Nordische Folklore wird gebogen, gedehnt und verzerrt, widersprüchliche Stimmungen treffen auf der Schwelle zwischen Leben und Tod aufeinander. Ausgehend vom norwegischen Begriff Leikarring, einem Kreistanz, bei dem sich die Tänzer*innen an den Händen halten sowie die Legenden von Geiger*innen, die nicht aufhören können zu spielen, wird Sweet Spot ein Zustand ständiger Transformation: Figuren vagabundieren zwischen Hingabe und Fürsorge, zwischen Ausbruch und Stillstand. Flüchtige Fiktionen rund um den queeren Körper eröffnen Raum für Rituale, neue Formen des Miteinanders und unheimliches Spiel. 

 

Harald Beharie ist ein*e norwegisch-jamaikanische*r Performer*in und Choreograf*in, der*die in Oslo, Norwegen, lebt. In seiner*ihrer choreografischen Praxis, die von dem Bestreben bestimmt ist, etablierte Körpererzählungen zu sezieren, erforscht Beharie alternative Formen des Zusammenseins und hinterfragt Konzepte der Normativität. Beharie interessiert sich für das Ungeschliffene, das Selbstgemachte und die Verletzlichkeit, die das Unbekannte mit sich bringt. Beharie arbeitet in verschiedenen Konstellationen und Kontexten mit anderen Künstler* innen zusammen und macht vom Tanz als Medium Gebrauch, um schwer fassbare Räume der Ambivalenz und Fantasie zu schaffen. 2025 hat Festival Theaterformen die Gruppenarbeit Undersang im Deister gezeigt, die ein kollektives Ritual im Wald entfaltet.


Angaben zur Produktion

Konzept & Choreografie: Harald Beharie, enge künstlerische Zusammenarbeit & Recherche: Karoline Bakken Lund, Performer*innen: Loan Ha, Carlisle Sienes, Harald Beharie, Amie Mbye, Irene Theisen, Ester Thunander, Szenografie, Skulptur & Kostüm: Karoline Bakken Lund, Lichtdesign: Ingeborg Staxrud Olerud, Musikerin: Ester Thunander, Musik: Ester Thunander, Ingvild Langgård, Carlisle Sienes sowie traditionelle norwegische Musik, Sounddesign: Gunnar Innvær, Dramaturgie & Prozessbegleitung: Deise Nunes, Intimitätskoordination: Lexie Koren, Produktion: Kristina Melbø Valvik, Distribution & Touring: Damien Valette, Fotos: Studio Abrakadabra

Koproduktion: Dansens Hus (Oslo), Rosendal Teater (Trondheim), RAS (Sandnes), BIT Bergen Internasjonale Teater (Bergen), Arsenic – Centre d’art scénique contemporain (Lausanne), SPRING Festival (Utrecht), Zodiak – Centre for New Dance (Helsinki), MDT (Stockholm)

Residencies: Fabbrica Europa (Florenz), Kaserne (Basel), Kilden (Kristiansand)

Gefördert von Norwegian Art Council und der Gemeinde Kristiansand

Dank an Hanna Siwaly, Sven Bartolomeo, Santos Cronstrøm, Marielle Sundt-Haugen, Annikken Wilhelmsen, Tore Lund, Hooman Sharifi und Torbjørn Kolbeinsen