


Nigamon/Tunai
Émilie Monnet & Waira Nina
Mooniyaang & Yurayako
Nigamon und Tunai – zwei Worte für „Lied“ in den Sprachen der in Kanada lebenden Anishinaabe und der Inga aus Kolumbien. Über Kontinente verbunden durch Freundinnenschaft und Widerstand schaffen Émilie Monnet und Waira Nina ein poetisches Manifest gegen Extraktivismus und Vertreibung. Während in Kanada Bergbau- und Ölunternehmen nach wie vor florieren, zerstört der Kupferabbau – auch durch kanadische Firmen – im kolumbianischen Amazonas ganze Lebensräume. Im Kampf gegen die Verwüstung ihres Landes teilen Émilie Monnet und Waira Nina seit über zwölf Jahren ihr Wissen und ihre Widerstandsstrategien. In Nigamon/Tunai entwickeln sie daraus eine gemeinsame künstlerische Praxis und bringen auf der Bühne eine Landschaft zum Klingen. Kupfer wandelt sich zum Resonanzkörper: Es steht für unsichtbare Lieferketten, koloniale Kontinuitäten und macht globale Verflechtungen hörbar. In einem vielstimmigen Raum, umgeben von Bäumen und Wasser, von Gesang und Musik, lädt diese sinnliche Performance dazu ein, dem klingenden Kupfer und einander zuzuhören – intensives Zuhören wird hier zur ökologischen Praxis.
Émilie Monnet ist Regisseurin, Autorin und Schauspielerin. Ihre künstlerische Praxis ist geprägt von interdisziplinären und kollaborativen Prozessen an der Schnittstelle von Theater, Performance und Medienkunst. 2011 gründet sie ONISHKA („aufwachen” in Anishinaabemowin) als Plattform für künstlerischen Austausch zwischen Indigenen Künstler*innen verschiedener Disziplinen. ONISHKA versteht Kunst als Katalysator für sozialen Wandel und als Mittel, die Realitäten und Kämpfe Indigener Gemeinschaften sichtbar zu machen.
Waira Nina ist eine interdisziplinäre Künstlerin, Schriftstellerin und Kulturpolitikberaterin der Inga aus der Region Caquetá im kolumbianischen Amazonasgebiet. Sie ist Erbin der traditionellen Ambiwaska-Zeremonien, die ihr von ihren Großeltern beigebracht wurden, und verfügt über einen reichen Wissensschatz, der zur offiziellen Anerkennung der Gebiete der Inga beigetragen hat. Außerdem ist sie Kommunikations- und Kulturkoordinatorin für den Verein Tandachiridu Inganokuna und berät Bildungsprozesse der Yachaikury-Schule.

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Angaben zur Produktion
Co-Autorin, Co-Regisseurin, Performerin: Émilie Monnet & Waira Nina, Performerin, Requisitenleitung, Perlenstick-Design: Maria Belén Jacanamijoy Mutumbajoy, Mitarbeit, Probenleitung: Sarah Williams, Sounddesign, Instrumentenbau: Leonel Vasquez, Dramaturgie: Yohayna Hernández, Regieassistenz, Inspizienz: Wanderson Santos, Videodesign: Mélanie O'Bomsawin, Bühnenbild: Julie Christina Picher, Requisitenassistenz: Mayumi Ide-Bergeron, Lichtdesign: Chantal Labonté, Musik- & Sounddesign: Frannie Holder, Klangräumliche Gestaltung: Frédéric Auger, Kostümdesign: Yso, Gesangscoach: Esmeralda Vasquez, Stimmcoach (Vogelimprovisation): Elizabeth Lima, Maskenbild & Haarstyling: Julie Cusson, Schlagzeug: Tribal Spirit Music, Kanuhandwerk (Design: Tim Richards): South Street Boatbuilders & Leonel Vasquez, Rindenkorbflechterin: Sylvie Dubé, Tourleitung, Herstellung von Wassergefäßen: Daphnée Cardinal, Protokollberatung (Norden): Floyd Favel, Protokollberatung (Süden): Luciano Mutumbajoy, Sprecher*innen: Amanda Roy, taita Luciano Mutumbajoy, Sonia Mutumbajoy, Anik Sioui, Sharon Day, Eudosia Mutumbajoy, Kinderstimmen (Luna, 8 Jahre) französische Version: Alanis O’Bomsawin-Galand, Élouan O’Bomsawin-Galand, englische Version: Eleanor Lamothe, portugiesische Version: Sophie Gionet-Santos, Lied „Nibi Song“ (Baumlied) komponiert von Doreen Day, Gesang: Andrée Levesque Sioui, Nahka Bertrand, Annie O’Bomsawin, Kim Picard, Yolanda Jacanamijoy Mutumbajoy, Natividad Mutumbajoy, Libia Guamanga, Eusebia Yanangona, taita Jose Becerra, Recherche und verantwortlich für den dramaturgischen Text: Véronik Picard, Übersetzung (Französisch, Englisch, Spanisch): Elisabet Ràfols, Übersetzung (Portugiesisch): Cleo da Fonseca, Administration: Kimberly Guillaume-Kacou, Produktionsleitung: Cynthia Bouchard-Gosselin, Technische Leitung, Videomanagement: Romane Bocquet, Booking, Künstlervermittlung: Geoffroy Faribault, Fotos: Marjorie Guindon