Eine ältere Frau schneidet einem jungen Mann die Haare. Sie trag ein bundgemustertes Kleid und lächelt. Er trägt einen Friseurumhang und hat die Augen geschlossen.
Eine ältere Frau und ein junger Mann sitzen auf einer Bühne an einem kleinen Tisch. Auf dem Tisch steht ein Wasserkocher und 2 Tassen. Neben ihnen stehen gestapelte Kartons, im Hintergrund Regale mit Alltagsgegenständen. Die Szene scheint wie eine häusliche Umgebung inszeniert.
Eine ältere Frau sitzt auf einer Bühne auf einem Plastikstuhl. Sie trägt ein geblümtes Kleid und einen großen Strohhut. Neben ihr stehen eine Schnapsflasche und zwei Gläser auf einem Pappkarton, im Hintergrund ist eine gemalte Landschaft zu sehen.

MI MADRE Y EL DINERO

Anacarsis Ramos / Pornotráfico

Campeche

Sechzig Jahre lang arbeitete Josefina Orlaineta in mehr als vierzig Jobs im südmexikanischen Campeche, einem der ärmsten Bundesstaaten Mexikos. Ihr Sohn Anacarsis zog nach Mexiko-Stadt und fand dort zum Theater und zu seiner Identität als schwuler Mann. Nun hat Josefina noch einen weiteren Job: Sie steht gemeinsam mit ihrem Sohn auf der Bühne und erzählt ihre Geschichte. Mit Charme und Humor lässt sie ihr Arbeitsleben Revue passieren, spricht über Verkaufstechniken und Überlebensstrategien und stopft dabei Würste – als würde sie die Szenen mit Erinnerungen füllen. MI MADRE Y EL DINERO ist eine Reise durch sechzig Jahre Wirtschaftsgeschichte in Campeche und reflektiert die Wirtschaftskrise als dauerhaften Zustand, die Ausweitung von Arbeit in familiäre Räume sowie die mangelnde Unterstützung für Selbstständige. Aus dem Dialog zwischen Mutter und Sohn entsteht ein Dokumentartheaterstück über Arbeit, Geld und das Theater selbst. Denn auch für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen am Theater hat Josefina überzeugende Ideen. Wenn Anacarsis über die Rolle seiner Mutter als Selbstdarstellerin nachdenkt, landet das Stück mitten im Jetzt. Wie lässt sich im Theater das Leben einer anderen Person erzählen – und wie lassen sich zugleich einfühlsamere Narrative über uns selbst entwerfen?

 

Anacarsis Ramos ist Dramatiker, Bühnenbildner und Regisseur und hat sich Theater und Soziologie autodidaktisch angeeignet. Die meisten seiner Arbeiten entstehen im Rahmen von Pornotráfico, einer Company, die er gemeinsam mit Karla Sánchez Kiwi, Erik Gutiérrez Otto, Santiago Villalpando, Fausto Castaño und Moisés Romero leitet. In seiner künstlerischen Praxis erforscht er das Spannungsfeld zwischen sozialer Realität und medialer Darstellung mit dem Ziel, Arbeiten zu entwickeln, die politische Narrative hinterfragen und gesellschaftliche Diskurse beeinflussen.

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Angaben zur Produktion

Produktion: Pornotráfico, Konzept und Bühne: Anacarsis Ramos, Text: Anacarsis Ramos (basierend auf Josefina Orlainetas Erinnerungen), Performance: Josefina Orlaineta & Anacarsis Ramos, Dramaturgie: Santiago Villalpando, Rechercheberatung: Babis Zozoaya, Licht, Sound & Videodesign: Karla Sánchez “Kiwi”, Executive Production, Bühnenbild & Requisiten: Fausto Castaño, Bühnenbildmalerei: Josefina Orlaineta, Tourmanagement & Distribution: Roni Isola, Regieassistenz: Sofía León, Valentina Girón, Vlogging Aufnahmeassistent: Emiliano Sandoval, Fotos: (1) Gabriel Morales, (2) Rio Kwesi, (3) Nicole Medina Ramírez

Koproduktion: Festival Internacional del Centro Histórico de Campeche, Instituto de Cultura del Estado de Campeche / FULGOR - Encuentro escénico con los Estados 2024, organisiert durch Mariana Arteaga und Mariana Gándara.

Dank an: Instituto de Cultura y Artes del Estado de Campeche, Fulgor, Encuentro escénico con los estados 2024